Freie Kräfte Königs Wusterhausen

Ein Denkmal stolpert

von Schriftführer am Jan.06, 2010, abgelegt unter Aktuelles

Dieser Tage wurde bekannt, daß der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe (SPD), Versäumnisse bei der Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit in seiner Regierungszeit einräumte. Bei seinem Eingeständnis von Fehlern geht der Herr Stolpe aber nicht auf seine persönliche Schuld ein, sondern schwadroniert von allgemeinen Versäumnissen.

Dabei wollen wir uns kurz erinnern, wie sich dieser Herr selbst in der Wendezeit verhalten hatte. Als hoher Würdenträger der evangelischen Kirche, im Amt eines Konsistorialrates, hatte Herr Stolpe zu DDR-Zeiten enge bis engste Kontakte mit staatlichen Stellen gepflegt. Nach der Wende wurde Herr Stolpe dann Ministerpräsident Brandenburgs, und vom ersten Tag an umgab diesen Herrn ein gewisser Heiligenschein, da er ein „Mann der Kirche“ war. Diese Menschen sind nach Volkes Meinung per se „die Guten“. Dummerweise ließen sich einige Politiker von dem Gehabe eines Herrn Stolpe nicht blenden, und brachten ans Tageslicht, daß dieser Gottesmensch sehr gut und herzlich mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zusammengearbeitet hatte. Daraufhin wurde dieser Vorzeigepolitiker als Stasi-Spitzel bezeichnet. Gegen diesen Vorwurf wußte besagter Herr sich gerichtlich wirksam zu schützen, indem er Gerichte anrief, die ihm und/oder seiner Gesinnung wohlgesonnen waren.

Nach gleicher Methode verfährt beispielsweise auch der LINKE-Spitzenpolitiker Gregor Gysi (SED, PDS), der sein „Recht“ stets vor Gerichten in der Freien und Hansestadt Hamburg sucht – und meist auch findet. Bei Herrn Stolpe klappte diese Methode auch eine Zeit lang – bis dieses Herumlavieren einen Sprung bekam. Ein Gericht machte dieses Spielchen nicht mit und fortan durfte der Berliner CDU-Politiker, Herr Braun, und auch nur dieser, den ehrenwerten Herrn Stolpe als Stasi-Mitarbeiter bezeichnen.

Die amtlichen Geschichtsklitterer werden mit Sicherheit daran arbeiten, daß die wahre Biografie dieses SPD-Strahlemannes nicht allgemein bekannt wird, aber auch in Brandenburg gibt es Menschen, die nicht unter einem Kurzzeitgedächtnis leiden. Deshalb wird diese Stasi-Debatte in Brandenburg nicht in hehrer Absicht geführt werden, sondern dient mehr oder weniger einer Alibifunktion. Die ertappten Betroffenen werden nur zugeben, was ohnehin ans Tageslicht gekommen ist und werden ihr verachtenswertes Verhalten schönreden. Auf ehrlich gemeinte Reue wird man bei dieser Spezi von Menschen – um keinen anderen Ausdruck zu verwenden – vergeblich hoffen.

Und noch eines will dieser Beitrag aufzeigen. Die Stasi-Debatte ist kein ausschließlich LINKEs Problem, auch in Parteien wie CDU und SPD haben diese ehemals SED-Anhänger eine neue, politische Heimat gefunden – und schafften es schon bald, wiederum höchste Ämter in Politik und Verwaltung zu bekleiden. In den nächsten Wochen und Monaten werden noch einigen Märkern hoffentlich die Augen über die sauberen Herrschaften aufgehen, die heute im Lande wieder das Heft in der Hand halten.


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